Psychotherapeutische Verhaltenstherapie

Kinder mit einer Legasthenie ( Lese-Rechtschreibschwäche )oder einer Dyskalkulie ( Rechenschwäche ) leiden zumeist massiv an ihren Problemen. Kinder vergleichen sich mit ihren Klassenkameraden, schauen auf die Noten der Nachbarn und registrieren sehr bald, „dass mit ihnen etwas nicht stimmt, dass andere Kinder besser sind als sie, dass sie nicht zu den Kindern gehören, die auf eine weiterführende Schule kommen“.

Sie erleben Reaktionen der Eltern wie „das habe ich dir jetzt schon -zig mal erklärt, das kann doch nicht sein, dass du das nicht verstehst“ oder ihrer Mitschüler „schon wieder eine schlechte Note, du hast ja immer schlechte Noten“. Kinder beginnen dann in einem Alter von 6, 7 oder 8 Jahren „sich als dumm zu bezeichnen, sich als Versager zu definieren“.

Verhaltenstherapie als Stärkung des kindlichen Selbstwertgefühls

Verhaltenstherapie dient der Verstärkung des kindlichen Selbstwertgefühls.Oberstes Ziel einer Verhaltenstherapie ist die Stärkung des kindlichen Selbstwertgefühls. Aufbauend auf einer genauen Analyse des Ausmaßes der Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen werden die therapeutischen Übungen dort einsetzen, wo die ersten Grundlagen des Lesens, Rechnens, Rechtschreibens nicht gekonnt, verstanden werden. In der Therapie beginne ich zunächst mit leichten Übungen und erhöhe die Aufgabenschwierigkeit schrittweise, so dass das Kind immer die Chance auf Bewältigung der Aufgabe erhält. Eine gelöste Aufgabe ist  für das Kind ein Erfolg, wird als „Ich kann doch etwas“ verbucht und stärkt so das kindliche Selbstbewusstsein. Die Kinder erleben dann schon nach einigen Therapiestunden, dass sie etwas können, dass sie ihre Fähigkeiten im Rechnen, Lesen und Rechtschreiben durch gezielte Übungen verbessern können. Nach einiger Zeit entdecken sie wieder Freude am Üben und an Fächern wie Mathematik oder Deutsch, welche sie vor der Therapie „nicht mochten“.

Gezielte Übungen in der Verhaltenstherapie verbessern Konzentrations- und Gedächtnisleistungen

Gerade bei ADHS ist auch eine gezielte Verhaltenstherapie notwendig.Kinder, welche an einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS), Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), Rechenschwäche oder –störung, Rechtschreibschwäche oder –störung, Leseschwäche oder –störung leiden, können sich im Unterricht und bei den Hausaufgaben schlecht konzentrieren, ihre Aufmerksamkeit zu wenig auf den Lerngegenstand richten, sich das zu Lernende schlecht merken, wodurch die Bereitschaft zum Lernen immer weiter beeinträchtigt wird. Durch gezielte Übungen in der Verhaltenstherapie lassen sich jedoch die Konzentrations-, Aufmerksamkeits-, Merkfähigkeits- sowie Gedächtnisleistungen dieser Kinder gezielt trainieren und fördern. Die Freude am und Bereitschaft zum Lernen wird dadurch nachhaltig verbessert.